Lerncoaching in der Pflege – Auszubildende begleiten und beraten

Lerncoaching in der Pflege Auszubildende begleiten und beratenAndreas Blank, Steffi Sbiegay (Hrsg.)

Kohlhammer, Stuttgart, 2023, 121 Seiten, 29,00 €, ISBN 978-3-17-042854-6

 

Herausgeber:
Andreas Blank, M.A. Bildungswissenschaften, Diplompflegepädagoge, Lehr- und Lerncoach an der Fakultät Pflege und Gesundheit der Hochschule Hannover.
Steffi Sbiegay, M.A. Erwachsenenbildung, Lehr- und Lerncoach an der Klinikum Region Hannover Akademie.

Andreas Blank und Steffi Sbiegay (Hrsg.) haben mit ihrem Buch „Lerncoaching in der Pflege“ eine bedeutende Ressource für Pflegeexperten und Lernende in den Gesundheitsberufen geschaffen. Das Werk bietet nicht nur einen Einblick in die Grundlagen des Lerncoachings, sondern auch in die spezifischen Lernbedingungen und Herausforderungen, mit denen Pflegende täglich konfrontiert sind. 

Die Autoren setzen an der Schnittstelle von Bildung und Pflege an, an der das lebenslange Lernen einen integralen Bestandteil des Berufs darstellt. Ebenso konstatieren Blank und Sbiegay zu Beginn die veränderten Bedingungen an den unterschiedlichen Lernorten als auch die fehlenden Verzahnungen zwischen Theorie und Praxis. In Anbetracht des reformierten Pflegeberufegesetzes, das die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung in der Pflegebranche betont, stellt dieses Buch einen wertvollen Leitfaden dar, um Pflegekräften bei der Entwicklung ihrer Fähigkeiten zu helfen. Lernende müssen somit selbst in der Lage sein, exemplarisch gelernte Zusammenhänge auf ähnliche Situationen in der Pflegepraxis zu übertragen. 

Die Autoren nähern sich strategisch den unterschiedlichen Perspektiven und betrachten die Sichtweisen sowohl von Lernenden, Lehrenden und Praxisanleitenden. Die Betonung auf Individualität und Diversität im Kontext Lernen und wie Lernberatung als Werkzeug eingesetzt werden kann, um Pflegende bei der persönlichen und beruflichen Kompetenzentwicklung zu unterstützen, werden gleichermaßen anschaulich beschrieben genauso wie die Praxisanleitung mit einem erweiterten Rollenverständnis des Beratenden verstanden werden sollte. Das Ziel des Lerncoachings besteht darin, die Lernenden dabei zu unterstützen, ihre eigenen Ressourcen zu erkennen, ihr Selbstvertrauen zu stärken und sie dabei zu befähigen, selbstständig und effektiv zu lernen, um langfristige Lernerfolge zu erzielen. An dieser Stelle gliedert sich das Buch in die praxisorientierte Umsetzung von Lerncoaching in der theoretischen und praktischen Pflegeausbildung als auch in die differenzierte Betrachtung typischer Lernherausforderungen wie beispielsweise Überforderung, Motivation und Emotionen in der Lernpraxis. Die dargestellten Beispiele aus der Praxis ermutigen die Zielpersonen, die vorgestellten Methoden direkt in ihrem Arbeitsumfeld auszuprobieren und anzuwenden. 

Ein weiteres Merkmal des Buches sind die vielfältigen Herangehensweisen, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen in der Pflege zugeschnitten sind. Von der Stressbewältigung bei der Prüfungsaufregung bis hin zur Förderung eines lernförderlichen Umfelds werden verschiedene Aspekte behandelt, die für (angehende) Pflegepersonen äußerst relevant sind.

Die wiederholende Kapitelstruktur des Buches macht es einfach, sich durch die Abschnitte des Buches zu navigieren und ermöglicht es, sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Pflegepersonen gleichermaßen informativ zu sein. 

Zusammenfassend ist „Lerncoaching in der Pflege“ von Andreas Blank und Steffi Sbiegay eine erklärende und praxisorientierte Lektüre für alle Lehrenden und Praxisanleitenden, die sich aktiv mit den Herausforderungen von Lernenden in der Pflege auseinandersetzen. Es bietet einerseits eine theoretische Grundlage, andererseits auch konkrete Anleitungen, wie Lerncoaching effektiv genutzt werden kann, um das Lernen und die professionelle Entwicklung in der Pflege zu fördern.

Die vorgestellten Lösungsansätze bieten wertvolle Einblicke in die Anwendung von Lerncoaching-Techniken. Allerdings scheinen viele dieser Ansätze von einer idealen Personalsituation in der Pflege auszugehen. Die Realität kann jedoch oft von begrenzten Ressourcen, hohem Arbeitsdruck und Personalmangel geprägt sein. Eine umfassendere Betrachtung der Vielfalt der Pflegesettings und eine Anpassung der vorgestellten Methoden an unterschiedliche personelle Situationen wären wünschenswert, um sicherzustellen, dass die präsentierten Konzepte für alle Pflegekräfte unabhängig von den vorhandenen Ressourcen zugänglich und umsetzbar sind.

Insgesamt bietet „Lerncoaching in der Pflege“ wertvolle Einblicke und praktische Hinweise, die nicht nur den Anforderungen des Pflegeberufegesetzes gerecht werden, sondern auch dazu beitragen, dass Pflegepersonen ihre Handlungskompetenz kontinuierlich verbessern und sich somit aktiv an einer hochwertigen Pflegepraxis beteiligen können.

Eine Rezension von Romy Flotow

 

 

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